• Login
+49 (0)521 – 4007991
post@mona-glomb.de

Wortschätzchen und Bleistiftstrich

"dies und das" aus der ideenWerkstatt

Manche Tage oder Der Bad-Hair-Day

Es gibt Tage, da ist es eigentlich besser, man bleibt gleich im Bett.

So einen Tag habe ich heute. Und wenn ich es mal so recht überlege, merkt man es direkt nach dem Aufwachen. Irgendetwas passt nicht. Fühlt sich nicht gut an. Gerade so, als wenn man kein Auge zu gemacht hat, oder als wenn jede Pore des Körper auf Hochspannung geladen ist……und wehe, es kommt einem jemand in die Quere!!!

Beim ersten Schritt aus dem Bett macht mein großer Zeh gleich Bekanntschaft mit dem Bettpfosten!! „Autsch!! Verflixt und zu genäht!!“ humpelnd tapse ich, doch eher greisenhaft und nicht wie Anfang 40, aus dem Schlafzimmer. „Boah, meine Knochen!! Irgendwie fühlte sich das auch mal anders an – nach dem Aufstehen!“ Bis jeder Muskel, jede Sehne, jeder Knochen wach und einsatzbereit ist, bedarf es mittlerweile allerdings immer so ein paar „Minütchen“!!

Geschafft! Rücken gerade, Füße einigermaßen auf Betriebstemperatur und einsatzfähig, setze ich meinen Weg ins Bad fort. Nachdem die Blase nicht mehr drückt, ich mich einmal kräftig gestreckt habe, bahnt sich das nächste Unheil an. Noch ein wenig schlaftrunken über das Waschbecken gebeugt, hebt sich mein Blick Richtung Spiegel. … uaahhhh!!… Was bzw. wer ist das??? Gestern Abend noch ein Antlitz welches mir wohl bekannt und vertraut! Doch heute Morgen??

Du meine Güte!! Welche Schlachten habe ich denn heute Nacht versucht zu schlagen? Da mein Traumprinz nicht bei mir genächtigt hat, waren es definitiv keine leidenschaftlichen „pas de deux“!!

Ich kneife die Augen zusammen, blinzele, knete dieses blasse etwas, was gestern noch mein Gesicht war, mit dem ich ganz zufrieden war. Nutzt nix! Wird nicht besser… nun schimmert die blasse Haut untern den Sommersprossen zwar ein wenig rosa… ändert aber nix am Gesamteindruck!! Auch die Versuche die Haare einigermaßen zu sortieren, scheitern kläglich. „Okay! Dann mache ich mir erstmal einen Kaffee! Liegt sicher nur an einer unruhigen Nacht, dass die Frisur nach dem gestrigen Frisörbesuch nicht sitzt!“ Denke ich mir und tapere in die Küche.

In Vorfreude auf einen guten Kaffee, greife ich den Wasserkocher. Während ich den Wasserhahn aufdrehe, schaue ich aus dem Küchenfenster. „Na wenigstens etwas! Die Sonne lacht!!“ Wuuuuusch!…. und schon bin ich nass und meine Arbeitsplatte steht unter Wasser! Da ich den Deckel des Wasserkochers nicht geöffnet hatte, ergießt sich das kühle Nass, welches für meinen Kaffee bestimmt war, sprudelnd über den Wasserkocher und entsprechend spritzend überall sonst hin, nur nicht in den Wasserkocher!!

Tief schnaubend, leise fluchend, donnere ich den Wasserkocher an die Seite. Wasser stopp! „Herr Gott noch mal!“ schimpfend fahre ich mir durch die Haare… was mich wieder an das Vogelnest erinnert, wo gestern noch meine Frisur war! Dieses hebt meine Stimmung nicht wirklich!

„Leicht“ gereizt putze ich alles trocken, fülle den Wasserkocher – nun erfolgreich – mit Wasser. „Erstmal duschen! Dann sieht die Welt gleich anders aus!“

Gesagt, getan!

Nach dem Genuss wohlig warmen Wassers auf der Haut, bin ich nun auch einigermaßen frohen Mutes, etwas besser gestimmt, angezogen und voll motiviert, das etwas angeschlagene Spiegelbild wieder ins rechte Licht zu rücken. Voller Elan schwinge ich vorm Spiegel also Puderquast und Wimperntusche. Was so ein wenig Farbe im Gesicht doch ausmacht! Prima. Und nun noch schnell die Haare fönen.

Doch schon nach ein paar Sekunden heißer Luftströme aus dem Elektrogerät meines Vertrauens steht fest: Das geht gar nicht!!! Wie ein aufgeplustertes Irgendwas, stehen alle Haare wild in der Gegend bzw. auf meinem Kopf rum!

Verzweifelte Versuche der Geschichte mit Bürste, Kamm und Glätteisen Herr zu werden, scheitern… Wutentbrannt, nein, eher voller Entsetzen und voller Unglauben, landet der Fön in seinem ihm angedachten Körbchen.

Ich schaue in den Spiegel. Kann es sein, dass es Tage gibt, an denen man einem die gefühlte Hochspannung und „dies-ist-nicht-mein-Tag“-Wellen, buchstäblich von den Haaren ablesen kann??? Gekoppelt mit der von dem Frisör nicht verstandenen und entsprechend umgesetzten Info: „Nicht viel abschneiden, nur ein bisschen Form reinbringen!“, macht das einen „Bad-Hair-Day“ und „wär-ich-doch-lieber-im-Bett-geblieben“-Tag perfekt!!!

Aber was soll´s! Ändern kann ich es heute eh nicht mehr! Seufzend lege ich diverse Gels, Sprays, Bürsten, Kämme und Klemmchen an die Seite. Trockne die Tränen, die mir angesichts des Chaoses auf meinem Kopf und der Stimmung wegen, die Wangen runter laufen! Ebenso verhalten sich die, soeben via Telefon eingetroffenen, wohl aufmunternd gemeinten Worte meines Liebsten: „Schatz, ich hab mich sowieso gewundert, warum du zum Frisör warst! War doch alles gut!!“ kontraproduktiv zu meiner Stimmung! Männer!!

Ich treffe eine Entscheidung: Heute ist mein persönlicher „100.000 Volt“-Tag – gereizt bis in die Haarspitzen! Naja, was soll´s: der kühle Sommer hat auch seine Vorteile! Laufe ich eben mit Mütze rum!!!

Und, ganz nach dem Motto: lebe jeden Tag so wie er ist, denn er ist einzigartig und besonders! (wer sagt denn, dass er immer schön sein muss??), verkrieche ich mich mit `nem schönen Kaffee und `ner Tafel Schokolade in meine Kuschelecke! Hat doch auch was Gutes, so ein „nicht-mein-Tag“-Tag. So kann ich mir aus gutem Grund und voller Genuss eine richtig lange Auszeit gönnen!!

 

 

 

Leave a Reply