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Wortschätzchen und Bleistiftstrich

"dies und das" aus der ideenWerkstatt

Familien-Urlaub eine aufregende Sache

Familien-Urlaub … eine aufregende Sache!!

Letztes Frühjahr stand mir großartiges ins Haus. Das Weihnachtsgeschenk meines Lebensgefährten für meine Eltern, meine Kinder und mich wurde „eingelöst“.

Mallorca! Wir kommen!!!

Schon im Vorfeld war das eine recht spannende Angelegenheit. Mein Vater, von Natur aus eher vorsichtig allem gegenüber eingestellt, wollte dies und das bezüglich des Fluges wissen. Meine Eltern sind das letzte Mal vor gut 25 Jahren geflogen, gesundheitlich hatte sich bei ihnen da einiges „verändert“, und so war die Aufregung groß und absolut verständlich.

Wieviel Kilo darf der Koffer wiegen? Was darf ins Handgepäck? Der Stock? Was sollen wir zum Anziehen mitnehmen? Gibt es im Flieger Wasser ohne Kohlensäure?????? Dies hatte die Hausärztin meinem Vater empfohlen. Er sollte während des Fluges quasi „en masse“ trinken, wegen seines Herzens und des Blutdrucks.

Alle diese Fragen, und noch ein paar Andere, wollten geklärt werden, was mich – selber ein wenig flugängstlich und reisefiebrig – ganz schön auf Trapp hielt. Aber: ich konnte alle Fragen klären, rief sogar bei der Fluggesellschaft an, um nach den Getränken an Board zu fragen. So waren schlussendlich alle schwierigen Eventualitäten geklärt … die Reise konnte angetreten werden! PUUUUH!!!

So kam der Tag bzw. die Nacht des Abfluges. Es galt nun, alle Oldies, Teenies und aufgeregte Mitvierziegerinnen (mich) zum Flughafen zu bringen und unbeschadet ins Flugzeug zu „verfrachten“. Dies musste ich allerdings „alleine“ bewerkstelligen, da mein Liebster – der uns allen diese Reise geschenkt hatte – aus beruflichen Gründen einen Tag später anreisen würde. So lag alle Verantwortung bei mir – selbst reiseaufgeregt, und mit nur sehr wenigen Flugmeilen auf dem Buckel.

Das Großraumtaxi, welches uns zum Flughafen bringen sollte, war absolut pünktlich um 1 Uhr da. Abflug sollte gegen halb 5 Uhr morgens sein. Zwei Stunden vorher am Flughafen … also, ca. 2 Uhr einchecken. Alles perfekt getimed! Meine Kids, ich und diverse Koffer – meiner natürlich wieder der Schwerste 😉 – im Taxi verstaut, dann ab zu den Eltern und diese samt Gepäck einladen. Auch das klappte super. Zwar mit viel Aufregung und „tataaa“, bis wir die gehbehinderte Oma samt Stock, Tasche, Hut und via Einstiegshilfe in dem Transporter-Taxi hingesetzt und angeschnallt hatten, aber alles war gut in der Zeit.

Auf geht´s!! Es konnte los gehen. In einer Rekordzeit, die ich so nicht erwartet hatte, kamen wir dann beim Flughafen an. Der Taxifahrer hatte unterwegs schon mal verlauten lassen: „Na, hoffentlich ist der Flughafen auch schon auf!!“ Was ich zunächst mal für einen Scherz hielt, da ich nicht bedacht hatte, dass überhaupt die Möglichkeit bestünde, dass ein Flughafen schließt!! Aber wir hatten Glück, die Türen des Flughafens öffneten sich, wir konnten rein … wenn auch noch alles recht dunkel war und Flughafen-Personal noch Mangelware. Egal! Ich hatte alle heile und mit allen Koffern am Flughafen!! PUUUUHHH!!

In der recht stillen Flughafenhalle machten wir es uns dann, im Halbdunkeln einer Sitzecke, bequem und warteten auf das Erwachen des Flughafens. 45 Minuten die durchaus sehr lang werden können. Aber gut, wir hielten durch und schafften es!

Dann ging es zum Check-In. Alle Pässe einsammeln, als Gruppe einchecken, diskutieren, ob der Stock meiner Mutter mit an Board dürfe … noch mal PUUUHHH!! Aber auch das klappte alles!! So waren die Koffer eingecheckt … die nächste Station, der Gang durch die Sicherheitskontrolle konnte angestrebt werden. Gesagt getan! Alle Mann zum Sicherheits-Check.

Im Vorfeld hatten wir meinen Eltern schon gesagt, was man bei sich haben darf, was im Handgepäck sein darf, dass man seinen Gürtel abnehmen muss und auch diverses Kleinzeug aus den Taschen nehmen muss, um durch die Sicherheitskontrolle zu gelangen.

Zuerst gingen die Kids und ich, damit die Eltern sehen konnten, was „passiert“ und damit wir anschließend wieder helfend eingreifen könnten. Doch irgendwie kam es anders. Ich musste selber Schuhe ausziehen, meine Tasche öffnen usw., so dass ich meine Eltern aus den „Augen“ verlor. Ich bekam nur mit, dass es ständig piepte, ein kleines „Traraa“ ausbrach und als ich meinen Vater wieder ansah, stand er mit schief sitzender Krawatte, herausschauenden Hosentaschen und die Hände hochhaltend bei der Sicherheitskontrolle und wurde durchgescannt.
Hatte er doch Kugelschreiber, Schlüssel und diverses Kleingeld im Halsbeutel (unterm Hemd!!) bei sich und so „piepte“ er natürlich entsprechend. Aufregung pur!! Aber er wurde dann doch durch gewunken, wir konnten alle Sachen wieder „an dem Mann“ anbringen, und uns dann mit aufgeheizten Köpfen, Gemütern und angespannten Nerven in der Wartehalle platzieren.

Da meine Mutter gehbehindert ist, hatte mein Freund es so organisiert, dass ein Behindertentransport für das Boarding und auch die Ankunft in Palma sicher gestellt war. Super!!
Als der Aufruf zum Boarding unseres Fluges kam, wurde dann der Fluggast „Mama“, aufgerufen, sich zum Boarding zu begeben. Erschrocken schauten meine Eltern mich an. Ich versicherte ihnen, dass alles gut wäre, sie nur auf Grund der Gehbehinderung zu allererst ins Flugzeug dürften. Was auch stimmte. So tapsten die Beiden Hand in Hand von dannen … und wir schauten Ihnen nach. War irgendwie ein ulkiges Gefühl.

Eine halbe Stunde später trafen wir uns dann natürlich alle im Flugzeug wieder. So wurden die Jungs und ich von vier strahlenden Augen empfangen, die uns aus den Gesichtern der angeschnallten und gut versorgten Großeltern anschauten.

Alle Fluggäste waren nun platziert … der Flug konnte starten. Meine Mutter sah die ganze Zeit gespannt aus dem Fenster und erzählte und zeigte meinem Vater aufgeregt, was da draußen auf dem Flughafen passierte. Dann kam der Start.

Das Flugzeug nahm an Geschwindigkeit auf, wurde immer schneller, und ich sah, wie die Hand meiner Mutter die meines Vaters griff und doll festhielt. Hach, wie süß! Das hat mein Herz sehr berührt … das war so eine schöne Geste. Und in den Gesichtern war die Aufregung und Freude zu sehen. Einfach schön.

Mein Vater hatte im Vorfeld gesagt, er wolle während des Fluges mal rumlaufen und eben – wie von der Ärztin empfohlen – viel Wasser trinken. Er wollte immer wieder von mir wissen, ob das denn wohl ginge und sprach immer wieder davon. Was er tat, war indes folgendes: er schlief!! Und: er hat den Flug „trotzdem“ phantastisch überstanden!!

Nach der Landung in Palma verlief auch alles unproblematisch. Meine Eltern mussten zwar warten und zuletzt aus dem Flieger aussteigen, was wieder mit der Gehbehinderung und dem entsprechenden Rollstuhlservice zu tun hatte. So ließen wir die (Groß)-Eltern also erstmal wieder alleine, um sie dann wohlbehalten und fröhlich bei der Gepäckausgabe wieder zu treffen. Nein, sie wurden nicht auf dem Gepäckband ausgeliefert, sondern von freundlichem Personal via Rollstuhl dort hingefahren!! 😉

Als wir unser Gepäck beisammen hatten ging es zum Transfer-Bus und ab ins Hotel. Das Wetter war herrlich in Palma, strahlend blauer Himmel, Sonne – allerdings etwas kühl noch. Aber alles in allem sehr vielversprechend.
So kamen wir dann gut gelaunt, doch wirklich müde im Hotel an. Leider konnten wir nicht gleich in die Zimmer. Es war 9 Uhr morgens und die Zimmer waren noch nicht fertig. Wir überbrückten die Zeit jedoch mit Kaffeetrinken und dem ersten Blick auf den Strand und das Meer. Als die Zeit dann gekommen war, dass wir unsere Zimmer beziehen konnten, verabredeten wir, dass wir alle erstmal 2 Stündchen schlafen und uns dann unten in der Lobby treffen würden.

Gesagt – getan. Ich ging auf mein Zimmer, packte Koffer aus und legte mich ein wenig schlafen. Eine halbe Stunde vor unserem verabredeten Termin war ich bereits wieder fit und überlegte mir, mal zu schauen, wie meine Lieben alle untergekommen waren. So ging ich zum Zimmer der Jungs, die mir verschlafen öffneten, aber alles war gut.

Dann ging ich zum Zimmer meiner Eltern. Horchte erstmal, ob ich hinter der Tür etwas hören konnte, dann klopfte ich. Ein Mal. Nichts. Keine Reaktion. Ich klopfte noch mal. Wieder nichts. Ich dachte: „Nun, vielleicht sind sie so kaputt von der Reise, dann lasse ich sie mal noch ein wenig schlafen!“ Und ging so also wieder in mein Zimmer.

Nach einer halben Stunde klopfte dann mein Sohnemann an meine Tür. Wollte mal schauen, wie es bei mir so war. Und frage mich dann: „Weißt du, wo Opa und Oma sind?“ „Ja, im Zimmer, denke ich mal.“ antwortete ich. „Nein, da habe ich ja geklopft. Sie machen nicht auf. Und …“, er stockte, “der Wecker in dem Zimmer klingelt ohne Unterlass!“ Ich schaute ihn mit großen Augen an und machte mich sofort auf den Weg zum Zimmer meiner Eltern.

In der Tat. Keine Reaktion auf mein lautes Klopfen und drinnen machte der Wecker ein höllen Spektakel!! Oh Gott, mir gefror das Blut in den Adern. Hatten Sie den Hinflug gut überstanden und lagen jetzt, nach der ganzen Aufregung, „dahingerafft“ in ihrem Hotelbett?????? Ich versuchte meine Aufregung vor meinem Sohn zu verbergen, der völlig erschrocken, leichenblass und höchst besorgt, neben mir stand. „Ich gehe sie mal unten suchen!“ sagte ich und machte mich eilenden Schrittes auf den Weg in die Lobby.

 

Ich schaute in der Sitzecke der Lobby, schaute im Speisesaal, schaute an der Bar … keine Eltern zu sehen. Oh Gott!!!! Ich ging zur Rezeption und frage dort: “Entschuldigung, haben Sie vielleicht meine Eltern gesehen?“ Zum Glück sprach die Dame an der Rezeption deutsch. „Nein, leider nicht!“ kam die Antwort. Ein Blitz der Sorge durchzuckte mich. „Aber einen Moment, ich frage meinen Kollegen.“ Dies tat sie dann und kam lächelnd zurück. „Ja, er hat sie gesehen. Sie sitzen draußen am Pool!“. ERLEICHTERUNG machte sich in mir breit. PUUUUUUHHH!! Das gibt’s ja wohl nicht!!!

Ich eilte nach draußen, ging ein paar Schritte auf die Terrasse des Hotels und, …da saßen sie. Einträchtig, händchenhaltend, neben einander, und genossen die Sonne.

„Ja sagt mal!!“ entfuhr es mir. „Was macht ihr denn hier?? Wir suchen euch überall!! Keiner macht auf und im Zimmer dudelt euer Wecker!!!“ Erstaunt sahen mich die beiden an. „Wieso?“ fragte mein Vater betroffen. „Wir waren fertig und wollten schon mal ein wenig Sonne tanken!“ „Ja, aber hör mal Papa!“ sagte ich matt. „Hör mal! Euer Wecker beschallt das ganze Hotel!!“ In der Tat. Im Innenhof des Hotels hörte man das rauchmelderähnliche Piepen des Weckers meiner Eltern. „Das ist doch nicht unser Wecker!“ entgegnete meine Mutter bestimmt. „Oh doch, das ist euer Wecker!“ sagte ich seufzend.

„Ja,“ sagte mein Vater, „das habe ich auch schon gehört und mich gewundert, was das ist!“ Lachend und unglaublich erleichtert gingen wir so zum Zimmer meiner Eltern, und fanden dort dann auch den fröhlich und inbrünstig piependen den Wecker vor. Nun tauchte auch mein Sohn wieder auf. Jetzt wieder mit Farbe im Gesicht, die ihm vor Sorge um seine Großeltern erstmal komplett aus dem Selbigen gewichen war.

Oh Mann, dass war ein Auftakt!! Ich war schon sehr gespannt, was mir die Woche noch so bringen würde. Eine Woche auf Mallorca … mit Eltern die sich aus dem Staub machen, Kindern die für´s Abi lernen müssen … und und und ….

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